EÜ 2016
Klagelieder 3
EÜ 2016
Klagelieder
Cựu Ước
Tân Ước
Chương 3
Song song
Hiển thị
DRITTES LIED: 3,1–661Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat / durch die Rute seines Grimms. 2Er hat mich getrieben und gedrängt / in Finsternis, nicht ins Licht. 3Täglich von Neuem kehrt er die Hand / nur gegen mich. 4Er zehrte aus mein Fleisch und meine Haut, / zerbrach meine Glieder, 5umbaute und umschloss mich / mit Gift und Erschöpfung. 6Im Finstern ließ er mich wohnen / wie längst Verstorbene. 7Er hat mich ummauert, ich kann nicht entrinnen. / Er hat mich in schwere Fesseln gelegt. 8Wenn ich auch schrie und flehte, / er versperrte den Weg meinem Gebet. 9Mit Quadern hat er mir die Wege verriegelt, / meine Pfade irregeleitet. 10Ein lauernder Bär war er mir, / ein Löwe im Versteck. 11Er ließ meine Wege sich verstricken, / machte mich regungslos und einsam. 12Er spannte den Bogen und stellte mich hin / als Ziel für den Pfeil. 13In die Nieren ließ er mir dringen / die Geschosse seines Köchers. 14Ein Gelächter war ich all meinem Volk, / ihr Spottlied den ganzen Tag. 15Er speiste mich mit bitterer Kost / und tränkte mich mit Wermut. 16Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen, / er drückte mich in den Staub. 17Du hast mich aus dem Frieden hinausgestoßen; / ich habe vergessen, was Glück ist. 18Ich sprach: Dahin ist mein Glanz / und mein Vertrauen auf den HERRN. 19An meine Not und Unrast denken / ist Wermut und Gift. 20Immer denkt meine Seele daran / und ist betrübt in mir. 21Das will ich mir zu Herzen nehmen, / darauf darf ich harren: 22Die Huld des HERRN ist nicht erschöpft, / sein Erbarmen ist nicht zu Ende. 23Neu ist es an jedem Morgen; / groß ist deine Treue. 24Mein Anteil ist der HERR, sagt meine Seele, / darum harre ich auf ihn. 25Gut ist der HERR zu dem, der auf ihn hofft, / zur Seele, die ihn sucht. 26Gut ist es, schweigend zu harren / auf die Hilfe des HERRN. 27Gut ist es für den Mann, / ein Joch zu tragen in der Jugend. 28Er sitze einsam und schweige, / denn er hat es ihm auferlegt. 29Er beuge in den Staub seinen Mund; / vielleicht ist noch Hoffnung. 30Er biete die Wange dem, der ihn schlägt, / und lasse sich sättigen mit Schmach. 31Denn nicht für immer / verwirft der Herr. 32Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder / nach seiner großen Huld. 33Denn nicht freudigen Herzens / plagt und betrübt er die Menschenkinder. 34Dass man mit Füßen tritt / alle Gefangenen des Landes, 35dass man das Recht des Mannes beugt / vor dem Antlitz des Höchsten, 36dass man im Rechtsstreit den Menschen bedrückt, / sollte der Herr das nicht sehen? 37Wer hat gesprochen und es geschah? / Hat nicht der Herr es geboten? 38Geht nicht hervor aus des Höchsten Mund / das Gute wie auch das Böse? 39Wie dürfte denn ein Lebender klagen, / ein Mann über seine Sünden? 40Prüfen wir unsre Wege, erforschen wir sie / und kehren wir um zum HERRN! 41Erheben wir unser Herz samt den Händen / zu Gott im Himmel! 42Wir haben gesündigt und uns widersetzt; / du hast nicht vergeben. 43Du hast uns in Zorn gehüllt und verfolgt, / getötet und nicht geschont. 44Du hast dich in Wolken gehüllt, / kein Gebet kann sie durchstoßen. 45Zu Unrat und Auswurf hast du uns gemacht / inmitten der Völker. 46Ihren Mund rissen gegen uns auf / all unsre Feinde. 47Grauen und Grube wurde uns zuteil, / Verwüstung und Verderben. 48Tränenströme vergießt mein Auge / über den Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes. 49Mein Auge ergießt sich und ruht nicht; / es hört nicht auf, 50bis der HERR vom Himmel her / sieht und schaut. 51Mein Auge schmerzt mich / wegen all der Töchter meiner Stadt. 52Wie auf einen Vogel machten sie Jagd auf mich, / die ohne Grund meine Feinde sind. 53Sie stürzten in die Grube mein Leben / und warfen Steine auf mich. 54Das Wasser ging mir über den Kopf; / ich sagte: Ich bin verloren. 55Da rief ich deinen Namen, HERR, / tief unten aus der Grube. 56Du hörtest meine Stimme: / Verschließ nicht dein Ohr / vor meinem Seufzen, meinem Schreien! 57Du warst nahe am Tag, da ich dich rief; / du sagtest: Fürchte dich nicht! 58Du, Herr, hast meine Sache geführt, / hast mein Leben erlöst. 59Du, HERR, hast meine Bedrückung gesehen. / Verschaffe mir Recht! 60Du hast gesehen ihre ganze Rachgier, / all ihr Planen gegen mich. 61Du hast ihr Schmähen gehört, o HERR, / all ihr Planen gegen mich. 62Das Denken und Reden meiner Gegner / ist gegen mich den ganzen Tag. 63Blick auf ihr Sitzen und Stehen! / Ein Spottlied bin ich für sie. 64Vergilt ihnen, HERR, / nach dem Tun ihrer Hände! 65Gib ihnen ein verhärtetes Herz! / Dein Fluch über sie! 66Verfolge sie im Zorn und vernichte sie / unter dem Himmel des HERRN!